SHEPHERD

SHEPHERD Es gibt Berufe, die älter sind als jede Industrie. Sie folgen dem Rhythmus der Natur und werden über Generationen weitergegeben. Der Hirte ist einer davon. SHEPHERD ist ein internationales fotografisches Langzeitprojekt (2026–2032), in dem ich Hirten auf der ganzen Welt begleite. Dabei dokumentiere ich Menschen, die Landschaften pflegen, Tiere führen und Wissen bewahren, das zunehmend verschwindet. Das Projekt versteht sich als visuelle Erzählung über Kultur, Verantwortung und die Verbindung zwischen Mensch, Tier und Natur.   Ein persönlicher Ursprung   Dieses Projekt ist nicht zufällig entstanden, sondern tief in meiner eigenen Geschichte verwurzelt. Mein Großonkel war Hirte, und ich durfte ihn über längere Zeit begleiten. So habe ich seine Welt nicht nur gesehen, sondern erlebt. Dabei wurde mir bewusst, wie eng seine Existenz mit den Tieren, dem Land und den Jahreszeiten verbunden war. Gleichzeitig habe ich die Einsamkeit gespürt, aber auch die Härte und den [...]

Leica im Fokus ( Analog)

Leica im Fokus ( Analog) Die Leica M4 ist für mich mehr als nur ein Werkzeug – sie ist ein Gefühl, ein Ritual und eine eigene Art, die Welt zu sehen. In Kombination mit dem 35mm Summilux Pre-Aspherical entsteht ein Setup, das mich fotografisch geprägt hat wie kaum ein anderes. Warum gerade die Leica M4?   Die Leica M4 wurde zwischen 1967 und 1975 gebaut und gilt bis heute als eine der robustesten, elegantesten und intuitivsten Messsucherkameras überhaupt. Alles an ihr ist mechanisch, direkt und ehrlich. Jede Bewegung – vom Spannen über das Fokussieren bis zum Auslösen – fühlt sich nach Handwerk an. Kein Schnickschnack, kein Display, keine Elektronik, die im falschen Moment streiken könnte. Für mich ist die M4 der perfekte Begleiter, weil sie mich zwingt, bewusst zu fotografieren. Sie belohnt Ruhe, Präzision und ein gutes Auge. Und genau das liebe ich. Das 35mm Summilux Pre-Aspherical – Charakter in Glas gegossen   Das 35mm Summilux Pre-ASPH ist eine Linse, die keine [...]

Zwischen den Hügeln meiner Herkunft – Mein Rumänien-Projekt

Seit vier Jahren reise ich immer wieder nach Rumänien – auf der Suche nach Bildern, Erinnerungen und vielleicht auch nach mir selbst. Was als spontane Idee begann, ist längst zu einem Herzensprojekt geworden. Die ersten Schritte dorthin führten mich nicht durch Google Maps, sondern durch Geschichten. Es waren die Erzählungen meines Großonkels – ein einfacher Hirte, der sein Leben in den Bergen verbrachte. In seiner ruhigen, klaren Art sprach er über das Land, das ihn geprägt hatte, über harte Winter, endlose Sommer und ein Leben, das noch vom Rhythmus der Natur bestimmt wurde. Als ich ihn zum ersten Mal traf, spürte ich etwas, das schwer zu beschreiben ist – eine Verbindung. Zwischen uns lag eine gemeinsame Vergangenheit, die ich bis dahin nur vom Hörensagen kannte. In diesem Moment wusste ich, dass ich dorthin zurückkehren musste – mit meiner Kamera, aber vor allem mit offenem Herzen. Meine Reisen nach Rumänien sind keine klassischen Fototouren. Ich reise langsam, manchmal [...]

Diese Narben erzählen mein Leben

Eine Geschichte über Mut, Heilung und Selbstannahme. Lange hat sie ihren Körper versteckt. Zu sichtbar waren die Narben, zu schmerzhaft die Erinnerungen. Doch heute erzählt sie ihre Geschichte – offen, stark und mit einer Klarheit, die tief berührt. Mit nur 21 Jahren erhielt Madlen zum ersten Mal die Diagnose Krebs. Es folgten schwere Eingriffe, ein künstlicher Darmausgang, Rückfälle mit Metastasen. 37 Chemotherapien. 10 Bestrahlungen. Über 25 Operationen. Sie lernte neu zu gehen, war über ein Jahr auf den Rollstuhl angewiesen. Was viele gebrochen hätte, hat in ihr etwas geweckt: Lebenswillen. Dankbarkeit. Und die Entscheidung, sich nicht länger zu verstecken. Heute ist sie glücklich verheiratet, lebt in einem liebevollen Zuhause und arbeitet täglich an ihrer körperlichen und seelischen Heilung. Das Fotoshooting, aus dem diese Bilder stammen, war für Madlen ein Wendepunkt. Zum ersten Mal hat sie ihre Narben gezeigt – nicht als Makel, sondern als Teil ihrer Geschichte. Nicht [...]

Slither Projekt

Die Band, die mich geprägt hat   Seit 2021 begleite ich die Hardrock-Band Slither als Fotograf – bewusst auf Film. Mich interessiert dabei nicht Perfektion, sondern Charakter. Analoge Fotografie bringt genau das mit: Bilder, die nicht glatt wirken, sondern ehrlich. Jedes Foto entsteht langsamer und bewusster. Dadurch bekommen die Momente Gewicht. Es geht nicht um schnelle Klicks, sondern um echte Situationen – roh, direkt und unverfälscht.   Zwischen Bühne und Moment   Slither bewegt sich musikalisch irgendwo zwischen klassischen Einflüssen wie ZZ Top oder AC/DC und einer eigenen, rohen Energie. Genau das macht die Band für mich spannend. Während eines Konzerts passiert vieles gleichzeitig. Licht verändert sich, Bewegungen sind unvorhersehbar und die Dynamik ist ständig im Wandel. Gerade deshalb suche ich nicht nach Kontrolle, sondern nach dem richtigen Moment. So entstehen Bilder, die nicht inszeniert sind, sondern das zeigen, was wirklich passiert.   Was ich [...]

Hochzeitfotos auf Film

Hochzeit auf Film   Eine Hochzeit auf Film bedeutet, den Tag bewusst und ehrlich festzuhalten. Ich arbeite mit analoger Fotografie, weil sie eine Tiefe und Ruhe schafft, die digitale Bilder oft nicht erreichen. Während digitale Fotografie oft schnell und perfekt sein will, entsteht auf Film etwas anderes: echte Momente, die nicht inszeniert wirken. Jeder Auslöser ist eine Entscheidung – und genau dadurch bekommen die Bilder Gewicht.   Warum eine Hochzeit auf Film anders ist   Bei einer Hochzeit auf Film geht es nicht darum, jeden Moment festzuhalten, sondern die richtigen. Ich beobachte, warte und fotografiere dann, wenn sich etwas echt anfühlt. So entstehen Bilder, die nicht gestellt sind. Stattdessen zeigen sie, was wirklich passiert: Blicke, Gesten und kleine Momente, die oft übersehen werden.   Der besondere Look von Film   Film reagiert anders als digitale Sensoren. Farben wirken weicher, Hauttöne natürlicher und das Licht bekommt eine eigene Tiefe. [...]

Das Leben als Hirte in Rumänien

Liebe Leserinnen und Leser, nach zwei Jahren intensiver Entdeckungsreise durch Rumänien möchte ich meine Eindrücke mit euch teilen. In dieser Zeit habe ich nicht nur die pulsierende Hauptstadt Bukarest und das idyllische Brașov in der Nähe der Karpaten erlebt, sondern auch eine tiefere Verbindung zu den Menschen und der Natur dieses faszinierenden Landes gefunden. Besonders geprägt hat mich mein Aufenthalt bei meinem Großonkel Ernö, einem Hirten in den rumänischen Bergen, der mich lehrte, was wahres Glück und wahre Erfüllung bedeutet. Bukarest – Ein Stadtbild im Wandel Meine Reise begann in Bukarest, einer Stadt, die in vielerlei Hinsicht wie ein offenes Buch erscheint. Sie ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise aufeinandertreffen. Bukarest ist eine Stadt im Wandel – viele der alten Gebäude, die noch aus der Zeit des sozialistischen Regimes stammen, sind mittlerweile stark heruntergekommen. Doch gerade dieser scheinbare Verfall verleiht Bukarest [...]

Fotografie ist meine Sprache

Die Sprache der Fotografie ist für mich die beste Art, mich auszudrücken und mit anderen zu kommunizieren. Mit meinen Bildern möchte ich Geschichten erzählen , Emotionen einfangen und Gefühle vermitteln. Jedes Bild soll eine Botschaft transportieren und auch scheinbar langweilige Portraits sollen die wahre Persönlichkeit der Person vor der Kamera widerspiegeln. Jeder Mensch hat einen eigenen Charakter und genauso haben auch Bilder ihren eigenen Charakter. Ich fotografiere leidenschaftlich gerne Menschen und bei jedem Shooting ist es mir wichtig, mich mit der Person auszutauschen und zu erfahren, wie es ihr geht. Es ist mir sehr wichtig, dass sich jeder wohl fühlt, wenn man vor meiner Kamera steht. Meine Bilder sollen nicht nur einfach Abbildungen sein, sondern sie sollen etwas erzählen. Sie sollen den Betrachter in eine andere Welt entführen, ihm eine Geschichte erzählen oder eine bestimmte Stimmung vermitteln. Durch die Sprache der Fotografie kann ich meine Gedanken, Ideen und [...]

Warum fotografiere ich ?

Warum ich fotografiere   Fotografie ist für mich mehr als ein Hobby oder eine Leidenschaft. Sie ist eine Möglichkeit, Menschen wirklich zu sehen und ihre Einzigartigkeit festzuhalten. Schon seit meiner Kindheit faszinieren mich Gesichter, weil sich darin Charakter, Emotion und Geschichte zeigen. Oft sind es gerade die kleinen Details – ein Blick, eine Falte oder eine Geste –, die mehr erzählen als Worte.   Gesichter erzählen Geschichten   Jeder Mensch trägt seine eigene Geschichte in sich, und genau diese wird im Gesicht sichtbar. Falten, Augenringe oder ein Lächeln entstehen nicht zufällig, sondern durch Erfahrungen. Deshalb interessiert mich nicht Perfektion, sondern Echtheit. Ich möchte festhalten, was bereits da ist, und nicht etwas erschaffen, das künstlich wirkt.   Begegnung statt Inszenierung   Durch die Fotografie komme ich Menschen näher, denn jedes Shooting ist auch eine Begegnung. Manche sind anfangs zurückhaltend, während andere schnell [...]

Mein Großonkel der Hirte

Die einfache Glückseligkeit meines Großonkels   Während meines Aufenthalts in Rumänien habe ich meinen Großonkel Ernő begleitet. Er ist Hirte, lebt seit über 40 Jahren mit seinen Tieren und führt ein Leben, das von Einfachheit geprägt ist. In der Nähe von Brașov bewirtschaftet er ein kleines Stück Land. Dort lebt er mit rund 40 Schafen – ohne fließendes Wasser und ohne Strom. Trotzdem wirkt er zufrieden.   Ein Leben mit wenig – und doch reich   Was für viele unvorstellbar wäre, ist für ihn Alltag. Kein Komfort, keine Absicherung, kein Überfluss. Und dennoch fehlt ihm nichts. Seine Hütte ist einfach, fast zerfallen, aber sie gibt ihm Schutz und Ruhe. Gleichzeitig strahlt sie eine Wärme aus, die man nicht erklären kann. Gerade in dieser Einfachheit liegt eine Klarheit, die im modernen Alltag oft verloren geht.   Die Natur als Zuhause   Sein Leben spielt sich draußen ab. Jeden Tag ist er mit seinen Schafen unterwegs, begleitet von Landschaft, Wetter und [...]

Die Königin der Wälder

Die Königin der Wälder als Motiv Dieses Bild ist in Niederösterreich entstanden. Im Zentrum steht eine einzelne Eiche, die sich ruhig und kraftvoll aus ihrer Umgebung heraushebt. Mich interessiert an solchen Motiven nicht nur das Motiv selbst, sondern die Wirkung. Wie ein einzelner Baum einen ganzen Raum prägen kann. ⸻ Ein Moment im Wald Die Aufnahme entstand ohne Inszenierung. Ich habe gewartet, bis Licht und Umgebung zusammenpassen. Das Zusammenspiel aus Licht und Schatten gibt dem Bild Tiefe, während gleichzeitig die Eiche klar im Fokus bleibt. Genau dadurch entsteht eine ruhige, fast zeitlose Stimmung. ⸻ Warum gerade eine Eiche Die Eiche steht für Beständigkeit und Stärke, aber auch für Ruhe. Sie verändert sich langsam und bleibt dennoch über lange Zeit bestehen. Gerade in einer schnellen Welt wirkt sie wie ein Gegenpol. Deshalb war sie für mich das zentrale Element dieses Bildes. ⸻ Fotografie und Natur Für mich ist Fotografie immer auch eine Auseinandersetzung mit dem, was [...]

Die Magie der Analogen Fotografie

Die Magie der Analogen Fotografie – Edmund Aut entdeckt den besonderen Charme Willkommen auf meinem Blog! Heute möchte ich über meine Leidenschaft für die Analoge Fotografie sprechen. Für mich ist sie ein wunderbarer Ausgleich zur digitalen Fotografie und hat eine ganz besondere Wirkung auf mich. Die entstehenden Bilder sind auf ihre Art und Weise einzigartig und haben eine authentische Ausstrahlung. Die Analoge Fotografie hat eine entschleunigende Wirkung auf mich. Beim Fotografieren mit Film muss ich mir mehr Zeit nehmen, um den perfekten Moment einzufangen. Es gibt keine Möglichkeit, das Bild nachträglich zu bearbeiten oder zu verändern. Dadurch bleiben die aufgenommenen Momente so, wie sie sind, und werden noch authentischer. Es macht mir unglaublich viel Freude, mich in der analogen Fotografie kreativ zu entfalten. Die Bilder haben einen ganz besonderen Charme und eine einzigartige Ästhetik. Sie haben dieses haptische, echte Gefühl, ähnlich wie eine alte Schallplatte. [...]